Graffiti-Tags aus dem 19. Jahrhundert?!

Signatur Kyselaks
Eine der wenigen verbliebenen Signaturen, die als Original gelten dürfen. Zum Schutz der Signaturen werden die Fundorte nicht veröffentlicht.

Joseph Kyselak (1798-1831), Wiener und als Registraturs-Akzessist im Dienst der k.k. allgemeinen Hofkammer, wanderte in jeder freien Stunde und gilt als der erste „Graffiti-Tagger“ der Welt.

1825 wandert er zu Fuß durch das ‚Kaisertum Österreich‘, begleitet von seinem weißen Wolfshund, von Naturbegeisterung und von Wissensdurst.

Joseph Kyselak war dafür bekannt, seinen Namen in großen, einprägsam gestalteten Buchstaben zu hinterlassen: i·KYSELAK.

Sein rätselhaftes Treiben faszinierte bereits zu seinen Lebzeiten und er geriet nie mehr in Vergessenheit. Jede Epoche hat ihre Kyselak-Verehrer und in zwei Jahrhunderten kam eine beeindruckende Menge an künstlerischen Auseinandersetzungen, Zeitungsberichten, Karikaturen und weiteren Ruhmeszeugnissen zusammen.

Unser 2006 begonnenes Projekt sammelt alles, was sich zu Joseph Kyselak finden lässt –  besonders die noch erhaltenen Signaturen. Wir dokumentieren sie und erarbeiten eine Strategie, um sie zu schützen.

In den Anfängen unterstützt durch ein Wissenschaftsstipendium der Stadt Wien und durch viele Helfer:innen im In- und Ausland, haben wir mehrere bisher unbekannte Namenszüge dokumentiert.

Gut 20 Signaturen sind es, erhalten, fotographisch oder in zeitgenössischen Kunstwerken dokumentiert, die sich vergleichen lassen. Anhand dieser Beispiele haben wir Kriterien erstellt, anhand deren man die Authentizität der Signaturen abschätzen kann.

Brandstätter Chronik 1986

Vor 20 Jahren haben wir eine kleinen Artikel in der ‚Wiener Stadtchronik‘ (Verlag Brandstätter) entdeckt: Ein Wiener Beamter, der die k.k. Monarchie bereist hatte und dadurch berühmt wurde, dass er überall mit schwarzer Farbe seinen Namen hinterliess.

Kyselak schrieb seinen Namen nicht einfach auf, sondern gestaltete ihn in einprägsamen Buchstaben.

Klar, dass dieser Sonderling für die Graffiti-Szene eine Ikone ist, die ihr „tag“ schon im Biedermeier gesetzt hat.

Einige dieser Signaturen haben sich bis heute erhalten, einige sind in zeitgenössischen Darstellungen oder Beschreibungen überliefert. 

Wir stellten fest, dass Kyselak immer noch bekannt war und dass es viele Anekdoten gab, aber kaum gesicherte Fakten.

Wir begannen zu recherchieren und fragte Jeden, der sich zu dieser Sache geäußert hatte. Wir gingen allen Hinweisen nach und nach nur einem Jahr Recherche (zu kurz!) gaben wir den originalen Text heraus – zum ersten Mal ungekürzt seit 180 Jahren.
Auch das Fernsehen hatte Interesse und wir konnten eine TV-Dokumentation gestalten.

Seit damals hat uns Kyselak nicht mehr losgelassen. Im Jubiläumsjahr 2025 gingen wir erneut dem Phänomen i·KYSELAK nach. Die Ergebnisse dieser neuen Recherche sind im Kommentarband „Das Phänomen i·KYSELAK“ zu finden. 

kyselakproject

Der Verein "Wurzeln" unterstützt das kyselakprojekt bei: Veranstaltungen, Druckkosten, Reisekosten etc. Mit Deiner Spende können wir Kyselaks Geschichte weiter erzählen!
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Als unsere Unterstützerin, als unser Unterstützer bekommst Du alle Einladungen mit der ersten Aussendung!

VIELEN HERZLICHEN DANK!

Filmdokumentation „Kyselak war da! Graffiti anno 1825“ 
ORF und Felix Breisach Medienwerkstatt

2009

Eine Neuausgabe von Kyselaks Buch „Skizzen einer Fußreise durch Österreich…“ erschienen bei Jung und Jung.

Wir feiern 200 Jahre Fußreise mit Lesungen, Ausstellungen, Filmscreenings, Vorträgen und mit einer Jubiläumsausgabe von Kyselaks Buch!
Erschienen bei Edition Tandem.

2026-2029

Wir fragen uns: Wo war Kyselak noch?

a04klein steinernesmeer

Chico Klein im Steinernen Meer