Brief des Gastwirts Franz Haydinger
Franz Haydinger antwortet auf Constant v. Wurzbachs Anfrage:
„Euer Wohlgeboren!
Ihre freundliche Zuschrift erfreute uns sehr, leider aber bin ich nicht im Stande Ihrer Anfrage zu wilfahren, indem ich Kyselak ein einziges mal an der alten Pfarrkirche zu Petersdorf hoch auf einer Leiter mit Farbe und Pinsel stehen sah, wie er eben seinen Namen und Jahrzahl schrieb, wo er auf die Warnung eines dortigen Bewohners das die Witterung seine Schrift bald unsichtbar machen würde, zur Antwort gab: ‚Ich weis schon wo ich hinschreiben muß’. Das machte mich aufmerksam, welche Absicht er dabei hat, ich gab also immer, wann ich Kyselaks Namen wo stehen sah acht, warum aber hier er seinen Namen herschrieb, und stehts ueberzeugte ich mich, dass entweder eine schöne An- oder Draufsicht dem Wagniss profitierte. Er muß ein großer Freund der schönen und erhabenen Natur gewesen sein, wie viel wird er Aufschriften gemacht haben, ich glaube es geht in die hunderteundzichten Geschriebe … an einem etwas erhabenen Stein, an hohen Bäumen, und in tiefen Holwegen hoch oben fand er ein Plätzchen, und wanns sich thun ließ, schrieb er seinen Namen hin […]“
Branko Samarovski als Franz Haydinger. filmstill aus „KYSELAK war da! Graffiti anno 1825“
Die Erinnerungen Franz Haydingers nahm v. Wurzbach auf in das ‚Biographische Lexikon des Kaiserthums Österreich‘.
