Ansuchen Kyselaks 1825
Im Mai 1825, 11 Wochen vor seiner Fußreise, bewirbt sich Kyselak um eine feste Anstellung:
Hochlöbliche k k allgemeine Hofkam[m]er!
Unterthänigst Gefertigter aufgemuntert durch das Bewußtseyn endlich erfüllter Amtspflichten, denen er sich im Verlaufe einer vieljährigen Praxis in mancherley Geschäftszweigen, gleich dienstbeflissen unterzog, so wie durch die Hoffnung keinem würdigeren Mitkompetenten vorzugreifen: wagt es um Verleihung der durch den Tod des Johann Schwarz in Erledigung gekommenen Registraturs Akzessistenstelle bey Euer hochlöbl. kk allgemeinen Hofkam[m]er demüthigst zu bitten.
Seine Verhältnisse dürften dieser hohen Hofstelle ohnedieß allzubekannt seyn; doch unterfängt sich der gehorsamst Gefertigte, durch Beylegung seiner zuletzt eingereichten, gleichen Zweck betreffende u. bescheideten Bittschrift, dieselbe noch einmal mit allen Zeugnissen und Beylagen in Erinnerung zu bringen.
Möge doch dießmal Seine hochlöbliche k.k. allgem. Hofkam[m]er seine innigste Bitte erhören, und ihm durch Verleihung dieser unterthänigst angesuchten Dienststelle, Glück, Belohnung, und die schon verscheuchte Gemüthsruhe, so schöpferisch zufließen lassen!
Fort würde er dann auf der […]
[verso]
kaum betretenen Segensbahn eilen, und mit Fleiß, Genauigkeit und rastlosen Erfüllung der strengsten Pflicht, jeden seinen Schritte adeln; um dereinst auf den Stuffen der Zufriedenheit aller seiner hohen Vorgesetzten, beruhiget zu versterben!
Genehmige Seine hochlöbl kk allgem. Hofkammer die pflichtschuldigste Ergebung so wie die Versicherung meines stets sich mehrendem Dienstfeuers gnädigst anzunehmen, bis bewährte Handlungen beydes realisieren. Auf Huld und Gnade verharrend,
hoffet der unterthänigste
Joseph Kyselak mp
Regist[raturs] Prakt[ikant]
